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Kalker Hauptstraße

Als Kalk sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert zur Stadt entwickelte, wurde de Kalker Hauptstraße zur zentralen Geschäftsstraße, die seitdem viele Veränderungen erlebt hat.

Die Kalker Hauptstraße, seit jeher Verbindungsstraße zwischen den Orten der Umgebung und Fernstraße von Köln nach Olpe, trägt den Namen seit der Eingemeindung Kalks 1910. Die Bezeichnung „Hauptstraße“ hatte sich bereits seit den 1860er-Jahren durchgesetzt. Lange Zeit ist sie eine Landstraße gewesen, an der nur die Kalker Kapelle und vereinzelte Gastwirtschaften für Pilger zu finden war. Eine Bauentwicklung im eigentlichen Sinne setzte ab den 1840ern ein. Um 1860 war die Straße dann von beiden Seiten fast durchgängig bebaut. Ab 1877 verkehrte eine Pferdebahn auf der Hauptstraße und verband Kalk und Deutz. Die Straße entwickelte sich zur Hauptgeschäftsstraße. Fabriken, die sich ab den 1850er-Jahren in Kalk rasant vermehrten, hatten häufig zur Hauptstraße hin repräsentative Eingangstore. Wenn sie etwas rückwärtiger lagen, befand sich häufig die dazugehörige Fabrikantenvilla an der Hauptstraße. In den Folgejahrzehnten verdichtete sich die Bebauung immer mehr.
Während des Zweiten Weltkrieg wurde Kalk stark zerstört und somit auch die Kalker Hauptstraße. In der Nachkriegszeit wurde sie im Zuge städtebaulicher Konzepte zur „autogerechten Stadt“ verbreitert und alle Häuser bzw. deren Überreste auf der Nordseite abgerissen, sodass hier nichts mehr von der alten Bausubstanz zu sehen ist.
Ein weiterer Einschnitt war der Bau der U-Bahn in den 1970er-Jahren, der die Straße über Jahre in eine Großbaustelle verwandelte. Weitere große bauliche Veränderung: der Abriss der Chemischen Fabrik Kalk 1996 und die Eröffnung der Köln Arcaden 2005.

Mehr zum ehemaligen Kaufhof auf der Kalker Hauptstraße bei der Station „Kalker Trieurfabrik/Kaufhof“.

Literatur
Bützler, Heinrich, Geschichte von Kalk und Umgebung – Bilder aus alter und neuer Zeit (Nachdruck der Ausgabe von 1910), Köln 2000, S. 24.
Meynen, Henriette, Köln: Kalk und Humboldt-Gremberg (Stadtspuren – Denkmäler in Köln, Band 7), Köln 1990, S. 376.

Bildnachweis
1 Geschichtswerkstatt Kalk e.V. 2025.
2 greven-archiv-digital.de | Kölnische Rundschau | Hansherbert Wirtz https://greven-archiv-digital.de/dokument/A09D0019833/A09M0041029 
3 Geschichtswerkstatt Kalk e.V., Bildarchiv, Fotograf:in unbekannt.
4 greven-archiv-digital.de | Kölnische Rundschau | Ingeborg Spielmans https://greven-archiv-digital.de/dokument/U01D0406134/B61_0016937_r