Stolperstein für Dr. Kurt Frankenstein. Er arbeitete als leitender Arzt in der Frauenabteilung am Evangelischen Krankenhaus Kalk. 1933 wurde er entlassen, da er nach der Rassenideologie der Nationalsozialisten als jüdisch galt.
AM EVANGELISCHEN KRANKENHAUS KALK
ARBEITETE
DR. KURT FRANKENSTEIN
JG. 1877
ENTLASSEN 1933
TOT 16.5.1937
Verfolgtengruppe: Jüdinnen und Juden
Nach seiner Entlassung konnte er noch einige Jahre in seinem Wohnhaus am Kaiser-Wilhelm-Ring stundeweise eine Frauenartzpraxis führen. Er verstarb 1937 an einer Sepsis. Seine beiden Kindern Joachim und Maria konnten sich 1939 durch Emigration in die USA und nach Großbrittanien retten. Seine Frau Susanne blieb alleine in Köln zurück und wurde 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie im März 1943 ums Leben kam.
Am früheren Wohnort der Familie, Kaiser-Wilhelm-Ring 24, liegen Stolpersteine für alle vier Mitglieder.
Tip: In der Stolpersteine-Datenbank des NS-Dok finden sich Fotos der Familie Frankenstein und in der Stolpersteine-App des WDR weitere Fotos.
Hintergrund
Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
Dieses Gesetz der nationalsozialistischen Regierung vom April 1933 zielte auf die Gleichschaltung des öffentlichen Diensts ab und der Entlassung von Gegner des NS-Regimes, vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten. Durch den im Gesetz enthaltenen „Arierparagraphen“ waren auch jüdische und als jüdisch verfolgte Personen von den Entlassungen betroffen. Auf Druck der NSDAP übernahmen 1933 nahezu sämtliche Organisationen, Verbände und berufsständischen Vereinigungen den „Arierparagraph“, sodass die Entlassungen nicht nur den öffentlichen Dienst betrafen.
Theresienstadt (Ghetto)
In dieser kleinen Garnisonstadt nördlich von Prag errichtete das NS-Regime 1941 ein Ghetto, in denen Jüdinnen und Juden aus dem „Protektorat Böhmen und Mähren“ und aus dem Deutschen Reich deportiert wurden. Es galt offiziell als „Alters-Ghetto“ und wurde von den Nationalsozialisten in einem Propagandafilm als „Musterlager“ präsentiert. In der Realität wurde ein Großteil der Bewohner entweder von dort in Vernichtungslager deportiert oder starb im Ghetto aufgrund der katastrophalen Lebensumstände.
Literatur
Geschichtswerkstatt Köln-Kalk e.V. (Hrsg.), Jüdinnen und Juden in Kalk. Eine verdrängte Geschichte, Köln 2021, S. 40.
Online
Jüdisches Leben 1933 – 1945, Orte der Verfolgung und Ermordung, Theresienstadt (Ghetto), (Zuletzt aufgerufen am 01.01.26)
https://juedischesleben1933-1945.de/orte.aspx?o=2&id=
LEMO Lebendiges Museum Online, Der „Arierparagraph“ (zuletzt aufgerufen 08.01.26).
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/ns-regime/ausgrenzung/
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Datenbank Stolpersteine, Eintrag Dr. Kurt Frankenstein (zuletzt aufgerufen 08.01.26).
https://www.museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/Details-Stolpersteine?sfrom=1057&stid=2454&buchstabe=F
Bildnachweis
1-2 Geschichtswerkstatt Kalk e.V. 2025



