Die heutige Kalker Post befindet sich in einem historischen Postgebäude, das 1890 unter dem Namen „Kaiserliches Postamt“ errichtet wurde und im Zweiten Weltkrieg nur zum Teil zerstört wurde.
1890 konnte die Kalker Post, die es seit 1868 gab, in dieses im neugotischen Stil errichtete „Kaiserliche Postamt“ mit Vorplatz einziehen. Es liegt an der Trimbornstraße, früher Balduinstraße, benannt nach Cornelius Balduin Trimborn, einem Rechtsanwalt und Reichstagsabgeordnetem. Er hatte in Kalk viele Grund- und Boden erworben. Seine Erben waren es, die das erwähnte Postgebäude errichten und die Straßen in dessen Umgebung anlegen ließen. Um 1900 wurde es um eine Telegraphenstation auf dem Dach ergänzt.
Der Postvorplatz war bis 1910 ein gärtnerisch gestalteter Platz, 1910 wurde er gepflastert und mit einem Schmuckbrunnen versehen. Dieser wurde von Richard Grüneberg gestiftet, einem der Inhaber der Chemischen Fabrik Kalk. Die bronzene Brunnenfigur stellte Hephaistos dar, ein Gott aus der altgriechischen Mythologie, der als Personifizierung der Industriearbeit gelesen werden kann.
Die Bebauung der Straßen um die Post herum war zunächst für eine finanziell etwas besser gestellte Zielgruppe gedacht. Dies ist durch die erhaltenen Altbauten, z.B. in der Trimbornstraße, gut zu erkennen. Die Gegend verlor jedoch in den folgenden Jahrzehnten durch die Nähe zur wachsenden Chemischen Fabrik Kalk stark an Attraktivität.
1926/27 kam es zu einem Ausbau des zweiten Geschosses des Postgebäudes und der Entfernung der architektonischen Schmuckelemente, sodass es anschließend bereits der heutigen Optik ähnelte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude teilweise zerstört und in etwas vereinfachter Form wieder aufgebaut. Die Brunnenfigur verschwand während des Kriegs, ihr Verbleib konnte nicht geklärt werden, möglicherweise wurde sie eingeschmolzen.
Das Postgebäude ist heute namensgebend für die U-Bahn-Haltestelle Kalk-Post. In der U-Bahn Station befindet sich ein erhaltender Zivilschutzbunker, der im Kalten Krieg angelegt wurde und mehr als zweitausend Menschen Schutz bieten sollte im Falle eines Atomangriffs. Mehr dazu bald im Digitalen Stadtplan.
Literatur
Bützler, Heinrich, Geschichte von Kalk und Umgebung – Bilder aus alter und neuer Zeit (Nachdruck der Ausgabe von 1910), Köln 2000, S. 142, 297.
Meynen, Henriette, Köln: Kalk und Humboldt-Gremberg (Stadtspuren – Denkmäler in Köln, Band 7), Köln 1990, S. 511.
Weiterführende Links
Dokumentationsstätte Kalter Krieg, Atombunker (Zuletzt aufgerufen am 23.06.26)
https://welt.unter.koeln/1-Atombunker.html
Bildnachweis
1 Geschichtswerkstatt Kalk e.V. 2025.
2,4,6 Geschichtswerkstatt Kalk e.V., Bildarchiv, Fotograf:in unbekannt.
3 greven-archiv-digital.de | Kölnische Rundschau | Ingeborg Spielmans https://greven-archiv-digital.de/dokument/U01D0399105/B61_0021741_r
5 Geschichtswerkstatt Kalk e.V., Bildarchiv, historische Ansichtskarte.






