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Stolpersteine für Edmund und Sophie Meyer

Stolpersteine für Edmund und Sophie Meyer

HIER WOHNTE
EDMUND MEYER
JG. 1875
DEPORTIERT 1941
LODZ / LITZMANNSTADT
ERMORDET 11.5.1942
CHELMNO / KULMHOF

HIER WOHNTE
SOPHIE MEYER
GEB. BIER JG. 1880
DEPORTIERT 1941
LODZ / LITZMANNSTADT
ERMORDET 11.5.1942
CHELMNO / KULMHOF

Verfolgtengruppe: Jüdinnen und Juden

Edmund Meyer betrieb an dieser Stelle eine Metzgerei. Das Haus, das er mit seiner Ehefrau Sophie und seiner Mutter bewohnte, war ebenfalls in Familienbesitz. Edmund Meyers Vater Markus hatte an dieser Stelle bereits seit 1885 eine Metzgerei.Der Sohn erweiterte sie in den 1920er Jahren zu einer Großschlächterei, die andere Metzgereien belieferte und 1925 in den städtischen Schlachthof nach Ehrenfeld umzog. Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht bekommen waren musste er 1935 die Großschlächterei aufgeben und 1936 die Metzgerei schließen. Das Haus bliebt zunächst noch in seinem Besitz, die „Beerdigungsanstalt Josef Mittler“, die sich auch heute noch hier befindet, zog in die Räumlichkeiten und wurde 1939 auch Eigentümer des Hauses.

Hintergrund
Lodz/Litzmannstadt (Ghetto)
Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde Lódz, damals zweitgrößte polnische Stadt, im November 1939 dem Deutschen Reich als Teil des „Reichsgau Wartheland“ einverleibt und im April 1940 in „Litzmannstadt“ umbenannt. 1940 errichteten die deutschen Besatzer in der Stadt ein Ghetto, das nach Warschau das zweitgrößte Ghetto wurde. Von hier aus gingen Deportationszüge in das Vernichtungslager Kulmhof (polnisch: Chelmno).

Chelmno/Kulmhof (Vernichtungslager)
Auch der kleine Ort Chelmno, 70 km westlich von Lódz, lag im „Reichsgau Wartheland“ und wurde in Kulmhof umbenannt. In unmittelbarer Nähe des Ortes errichtete NS-Deutschland im November 1941 das erste Vernichtungslager. Bis 1945 wurde dort die jüdische Bevölkerung des Getto Litzmannstadt und aus dem gesamten „Warthegau“ ermordet sowie Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene und weitere.

Literatur
Fings, Karola, Jakobs Hildegard, Deportiert ins Ghetto. Die Deportationen der Juden aus dem Rheinland im Herbst 1941 ins Ghetto Litzmannstadt /Lódz, Köln 2012.

Online
Jüdisches Leben 1933 – 1945, Orte der Verfolgung und Ermordung, Litzmannstadt (Ghetto) (zuletzt aufgerufen am 08.01.26)
https://juedischesleben1933-1945.de/orte.aspx?o=2&id=
Jüdisches Leben 1933 – 1945, Orte der Verfolgung und Ermordung, Kulmhof (Vernichtungslager) (zuletzt aufgerufen am 08.01.26)
https://juedischesleben1933-1945.de/orte.aspx?o=2&id=37291

Bildnachweis
1+2 Geschichtswerkstatt Kalk e.V. 2025