Auf der Freifläche vor dem „Humboldt“-Schriftzug befanden sich ab 1941 Baracken, in denen Menschen leben mussten, die bei Klöckner Humboldt Deutz als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.
Laut Datenbank des NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln unterhielt die KHD ab 1941 drei bis vier Lager (unklar) sowie acht Wohnungen, in denen Menschen, die bei KHD zur Zwangsarbeit eingesetzt waren, untergebracht waren. Sie kamen aus Russland, der Ukraine, aus Frankreich, Belgien, den Niederladen, Tschechien – aus Ländern, die vom nationalsozialistischen Deutschland im Zweiten Weltkrieg überfallen und besetzt worden waren.
Nur vom Lager Weddingplatz ist uns ein Foto bekannt. Zu sehen sind Baracken, links davon sind Teile der KHD-Hallen 59 (heute Abenteuerhallen) und 60 zu erkennen, an denen sich heute noch der große „Humboldt“-Schriftzug befindet. In den Baracken mussten zwischen 120 und 210 Personen leben, die bis zum Ende des Kriegs und dem Ende des NS-Zeit bei KHD als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden.
An ähnlicher Stelle befand sich später eine Kantine für Werksmitarbeitenden, die 2013 abgerissen wurde. Zuvor war das Gebäude drei Jahre durch das „Autonome Zentrum“ besetzt worden.
Literatur
Böck, Monika – Fremdarbeiter – Zwangsarbeiter, in: Geschichtswerkstatt Köln-Kalk e.V. (Hrsg.), Kalk im Nationalsozialismus, Köln 2000.
Lehndorff-Felsko, Angelika, Uns verschleppten sie nach Köln, Auszüge aus 500 Interviews mit ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, Köln 2015.
Online-Quellen
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Datenbank Zwangsarbeiterlager, Eintrag Weddingplatz (zuletzt aufgerufen am 08.01.26).
https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/Details-Zwangsarbeiter?sfrom=1012&id=366&stt=K%c3%b6ln-
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Datenbank Zwangsarbeiterlager, Eintrag Wiersbergstraße (zuletzt aufgerufen am 08.01.26).
https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/Details-Zwangsarbeiter?sfrom=1012&id=376&stt=K%c3%b6ln-Kalk
Bildnachweis
1 Geschichtswerkstatt Kalk e.V. 2025

