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Kaiserin-Theophanu-Schule

Die Schule wurde 1938 als städtisches Mädchengymnasium gegründet. Seit 1973 lernen hier Mädchen und Jungen gemeinsam. Sie ist benannt nach der byzantinischen Kaiserin Theophanu, deren Grabstätte sich in Köln befindet.

Das einzige Gymnasium in Kalk wurde 1938 als „Städtische Oberlyzeum“ für Mädchen „in reform-realgymnasialer Richtung“ gegründet. Vorausgegangen war die von den Nationalsozialisten veranlasste Auflösung des 1898 gegründeten katholischen „Liebfrauen-Oberlyzeums“ für Mädchen an der Bertramstraße.
Die neue Schule übernahm ein Großteil der Schülerinnen des Lyzeums und zog in das Gebäude der vormaligen „Oberrealschule für Jungen“, die nach Deutz verlegt worden war. Dieses Schulgebäude war 1926 im Rahmen einer Erweiterung von einem Renaissance-Bau in einen sachlich-modernen Schulbau umgebaut worden. Vermutlich stand dies in einem Zusammenhang mit der Umwandlung der Schule von einem Gymnasium in eine Oberrealschule.

Im Zweiten Weltkrieg nahmen 1941 und 1942 verschiedene Jahrgänge an Kinderlandverschickungen teil. 1943/44 wurde das Schulgebäude schwer beschädigt und der Unterricht nach Deutz verlagert. Im Oktober 1944 mussten schließlich alle Kölner Schulen schließen.

In der Nachkriegszeit machten die ersten Schülerinnen 1949 wieder regulär den Abiturabschluss, wenngleich auch unter räumlich provisorischen Umständen. 1957 erhielt die Schule mit der Einweihung eines Erweiterungsbaus den Namen Kaiserin-Theophanu-Schule. Mit dem Schuljahr 1973/74 wurde die Koedukation eingeführt, die Schule wurde für Jungen geöffnet. Heute werden hier rund tausend Kinder von der 5. Klasse bis zum Abitur unterrichtet.

Begriffserklärungen
Kinderlandverschickung (KLV): Eine vom NS-Staat organisierte Evakuierung von Kindern und Jugendlichen aus Städten, die von den Alliierten bombardiert wurden, in ländlichere Gebiete. Die 10-14-jährigen wurden zumeist klassenweise „verschickt“, ihr Alltag in den KLV-Lagern war oft stark reglementiert und von NS-Propaganda bestimmt.

Oberrealschule und Realgymnasium: Beide Schulformen entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert in Abgrenzung zum Gymnasium. Dieses war zu der Zeit grundsätzlich humanistisch ausgerichtet, das bedeutete u.a., dass Latein und Alt-Griechisch Pflichtfächer waren. Die neuen Schulformen verfolgten einen moderneren Lernplan mit einem stärkeren Schwerpunkt auf neusprachliche und naturwissenschaftliche Fächer.

Literatur
Bützler, Heinrich, Geschichte von Kalk und Umgebung – Bilder aus alter und neuer Zeit (Nachdruck der Ausgabe von 1910), Köln 2000, S. 208.
Meynen, Henriette, Köln: Kalk und Humboldt-Gremberg (Stadtspuren – Denkmäler in Köln, Band 7), Köln 1990, S. 102, 109, 415.
50 Jahre Kaiserin-Theophanu-Schule 1938-1988, Köln 1988, S. 27.

Online
LEMO Lebendiges Museum Online, Kinderlandverschickung (KLV) (zuletzt aufgerufen am 22.02.2026)
https://www.dhm.de/lemo/kapitel/der-zweite-weltkrieg/alltagsleben/kinderlandverschickung
Portal Rheinische Geschichte, Theophanu (zuletzt aufgerufen am 08.01.26)
https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Persoenlichkeiten/theophanu/DE-2086/lido/57c93d944a2b77.09558048

Weiterführende Links
Kaiserin Theophanu Schule
https://kts-koeln.de/

Bildnachweis
1-2 © Geschichtswerkstatt Kalk e.V. 2025